Geschichte

Gottlieber Spezialitäten AG

Im Thurgauischen Städtchen Gottlieben (gegründet 1251) sind Hüppen schon seit langer Zeit bekannt und beliebt. So genoss bereits Königin Hortense Bonaparte sogenannte «Gaufrettes» aus Gottlieben, als sie von 1817 bis 1837 auf dem nahen Schloss Arenenberg lebte. Somit wurde auch ihr berühmter Sohn, der spätere Kaiser von Frankreich Napoleon III., ein begeisterter Anhänger der zarten Gottlieber Spezialität.

Beginn des Schweizer Traditionsunternehmen

Das Geheimnis der Hüppen-Backkunst wurde daraufhin über Generationen in Gottlieben gehütet und weiter gegeben. 1928 wurde Elisabeth Wegeli von ihrer Nachbarin in die Gottlieber Konditorkunst eingewiesen. Sie übernahm von ihr deren Waffeleisen, da die Nachbarin das Hüppenbacken aufgeben musste. Dies weil ihr Mann als Kantonsgeometer angestellt war und ein Doppelverdienst während der Krisenjahren Beamten untersagt wurde. Dies war der Beginn des Schweizer Traditionsunternehmen Gottlieber Spezialitäten AG und der «Gottlieber Hüppen» als Produkt.

1938 begann man die bis anhin leeren Hüppen als erste Firma/Manufaktur mit einer Praliné-Masse zu füllen. Durch die Rationierung während der Kriegsjahre wurde der Geschäftsgang stark gehemmt, weil nicht genügend Rohstoffe bezogen werden konnten. Nach dem Tod der Gründerin 1952 übernahm deren Tochter Berty Wegeli das Geschäft. Mit grossem Einsatz und Hartnäckigkeit gelang es ihr, das solide Fundament für den heutigen Betrieb zu schaffen und den ausgezeichneten Ruf der Gottlieber Hüppen in der Bodenseeregion und der Schweiz zu begründen. Walter Brauchli, Sohn einer Schwester von Berty Wegeli, stand ihr zur Seite. Nach der Übernahme des Betriebs im Jahre 1959 leitete er schrittweise die Technisierung der Manufaktur ein.

Wahrung höchster Qualität

1977 wurde mit dem Eintritt von Urs Brauchli die Weiterführung des Betriebs in derselben Familie sichergestellt. 1978 begann man, für die Schweizer Eisindustrie mit modernen Instrumenten Cornetswaffeln herzustellen. Im Frühling 2000 war die wichtige strategische Entscheidung bereits realisiert, die Produktion auszubauen. Unter Wahrung höchster Qualität wurden weitere Kapazitäten geschaffen, um auch für die sehr anspruchsvolle Kundschaft aus der Schokoladenindustrie massgeschneiderte Halbfabrikate, sprich «Füllungen», zu produzieren.

Im 2005 wurde das eigene Seecafe mit Manufakturladen direkt am See (neben der Manufaktur) eröffnet.

2008 wurde das Unternehmen im Zuge der Nachfolgelösung in «junge» Hände übergeben. Der Thurgauer Dieter Bachmann übernahm als Hauptaktionär die Aktien der Gottlieber Spezialitäten AG und sicherte damit den Fortbestand dieser Perle am Seerhein als inhabergeführtes und unabhängiges Unternehmen. Das Seecafe wurde sanft umgebaut und mit einem grösseren Manufakturladen ergänzt. Ab 2009 investierte man stark in die Produktion. 2012 eröffnete im Zentrum von Winterthur ein neuer Flagshipstore, das Gottlieber Sweets & Coffee. Nur ein Jahr später, 2013, öffnete in Guangzhou (China) das erste ausländische Gottlieber Sweets & Coffee seine Tore. Am 1. Mai 2015 begann mit der Eröffnung des Gottlieber Boutique-Hotels Die Krone mit Restaurant ein ganz neues Abenteuer. Zudem wurde das Seecafe in Gottlieben leicht renoviert und neu eingerichtet.

Heute sind es durchschnittlich 40-55 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die über 100 Tonnen Füllungen und ca. 30 Tonnen Mini-Hüppen das Jahr hindurch herstellen.